Fritz Neveling

Kriegsende in Silschede

In Silschede waren drei Flakgeschütze aufgestellt – eins in der Dorfmitte bei dem Hause Reschop, in dem sich heute das Edeka-Geschäft befindet, mit Richtung auf Gevelsberg oder auf die Voerder Köpfe, und das zweite auf der heutigen Schwelmer Straße bei dem Hause Bolte (damals noch eine kleine Gaststätte). Das dritte war bei der Provinzial Feuersozietät aufgestellt und ist mit einer Tragödie verbunden: Mein Gewährsmann (namens Schmidt und Schwiegersohn von Herrn Bolte) erzählte mir kurz vor seinem Tode, dass der Offizier, dem diese Geschützbedienung unterstand – ein Leutnant oder Oberleutnant -, noch in Aktion treten wollte, als alles verloren war.

Ein Soldat hatte ihm den Gehorsam verweigert, und der Vorgesetzte hat ihn standrechtlich erschießen lassen. Der Mann wurde auf dem Silscheder Friedhof beerdigt.

Quelle: Bürger erinnern sich. Ein Lesebuch für Erwachsene zur hundertjährigen Geschichte der Stadt Gevelsberg, Hrsg. Stadt Gevelsberg 1987