Dr. Engelbert Overkott
Kindheitserinnerungen
Nach Beendigung der ersten vier Volksschuljahre musste ich zur Aufnahme ins Gymnasium (später umbenannt in Oberschule für Jungen) zu Ostern 1937 eine schriftliche und mündliche Aufnahmeprüfung ablegen. Der Besuch des Gymnasiums war seinerzeit nicht kostenfrei. Neben einer monatlichen Gebühr von 20 Reichsmark für das erste Kind (ab dem 3. Kind brauchte keine Gebühr mehr entrichtet zu werden) mussten alle Lernmittel selbst beschafft werden. Da die Neuanschaffung von Büchern äußerst kostspielig war, zumal wenn mehrere Kinder das Gymnasium besuchten, waren wir stets bemüht, guterhaltene Schulbücher von Schülern aus höheren Klassen preiswert zu erwerben.
Leiter des Gymnasiums war seinerzeit der Träger des Goldenen Parteiabzeichens (eine Auszeichnung für NSDAP-Zugehörige der Gründerzeit) Studiendirektor Franz Grothe. Der NS-Chefideologe unter unseren Lehrern war meines Erachtens Herr Dr. Bernhard.
Quelle: Bürger erinnern sich. Ein Lesebuch für Erwachsene zur hundertjährigen Geschichte der Stadt Gevelsberg, Hrsg. Stadt Gevelsberg 1987